Bickenbacher Spielgemeinschaft 1946
Die Geschichte
Theater zum Dunksel - und was daraus wurde
Theater und Dunksel - diese beiden Ereignisse Bickenbachs sind untrennbar miteinander verbunden - und dies mittlerweile schon 25 Jahre. Aus diesem Grund fand am 7.November 2002 das Jubiläumsdunksel statt. Bürgermeister Karl Schemel hatte vor mehr als 25 Jahren die Idee in Bickenbach ein Heimatfest zu etablieren. So wurde mal eine Sichelhenk gefeiert und auch ein Dunkselessen, aber ohne Theater. Der echte und anhaltende Erfolg kam aber erst mit der Dunksel/Theater-Kombination obwohl das erste Stück, „die Brill“ von Georg Löffler, gerade mal 20 Minuten dauerte und auch auf ein Bühnenbild verzichtet wurde. An die hinteren Vorhänge der Bühne wurden einfach ein paar Bilder gehängt, ein Schreibtisch mit Stuhl und Gardaroben-ständer auf die Bühne gestellt und fertig war das Bürgermeisterzimmer. Nun-ja heute ist das modern, man sieht die Bickenbacher waren wohl schon immer ihrer Zeit voraus. Aber nicht die Bühne war das Entscheidende.
Das Erfolg bringende war der Zusammenschluss interessierter Theaterspieler, die gemeinsam an einer Sache arbeiteten und diese zum Erfolg bringen wollten. Unter der Leitung der am Ort ansässigen Schauspielerin Ilka Maria Schirk übten Christa Schreiter, Detlef Garten, Herbert Engelhardt, Karl Dieter, Karl Heinz Seyfried, Hans Wiegand, Lotte Gehbauer, Adam Blaum und Erwin Winnewisser den Einakter über den zerstreuten Bürgermeister ein. Als Souffleuse fungierte schon damals Helga Wiegand. Dem Theater mit Dunksel war großer Erfolg beschieden und so wurde beschlossen weiter zu machen.
Für das nächste Dunkselessen 1978 wurde der große Einakter „Guter Rat ist teuer“ von Heinrich Rüthlein eingeübt. In den Sommerferien wurde von den Akteuren eine stabile Kulisse mit variablen Teilen, sowie Türen und Fenster gebaut, die dann auch gleich im November präsentiert werden konnte. Mit diesem Theaterstück - nicht zuletzt wegen des schönen Bühnenbildes - hatte die Schauspieltruppe , die sich nun „Bickenbacher Ensemble“ nannte, einen noch größeren Erfolg. Neu hinzugekommen waren mittlerweile Heike Müller (jetzt Müller-Lemke) und Werner Stanzel.
Nun wollte man sich an ein großes Theaterstück wagen und suchte den Schwank „Familie Hannemann“ von Reimann und Schwartz aus. Leider kam es zu Unstimmigkeiten unter den Spielern und nachdem man schon fast alles aufgeben wollte kam nochmals die Wende und so konnte mit einigen Umbesetzungen doch ein großes lustiges Theaterstück zum Dunkselessen präsentiert werden. Wie zur Belohnung war Herr Regierungsdirektor Ochs im Dunkselpublikum und lud die Bickenbacher Theaterspieler mit dem Stück auf den Hessentag nach Grünberg (1980) ein. Die erfolgreichen Spieler damals waren:
Adam Blaum, Christa Schreiter, Hans Wiegand, Lotte Gehbauer, Detlef Garten, Werner Stanzel, Heike Müller-Lemke und neu dabei Karl Heinz Kaltwasser, Rainer Reschke und Ruth Schäfer. Souffliert hatte Helga Wiegand.
Nach diesem schönen Erfolg beschlossen die Laienspieler nun endlich einen richtigen Verein zu gründen und so wurde im Jahr 1980 aus dem „Bickenbacher Ensemble“ die „Bickenbacher Spielgemeinschaft 1946“ . Die Jahreszahl erinnert an die damalige Spielschar 1946, die es zur damaligen Zeit in Bickenbach gegeben hatte und deren Anliegen es war Theater auf die Bühne zu bringen. Auch sind etliche Spieler noch aktiv, die bereits in der Spielschar und im Bickenbacher Ensemble Theater gespielt haben. Die meisten werden die Namen ja kennen und sich bestimmt an einiges erinnern.
Danke sagen möchte ich an dieser Stelle ganz herzlich Adam Blaum von dem ich zum einen diese Informationen habe und der zum anderen und wichtigen die Bickenbacher Spielgemeinschaft 1946 ganz entscheidend geprägt hat. Lange Jahre war er nicht nur Vorsitzender sondern hat auch Regie geführt, Stücke bearbeitet, Kuslissen gebaut und besondere Teile wie Kachelöfen o.ä. hergestellt und sogar noch selbst in den Stücken teils wirklich große Rollen hervorragend dargestellt. Ausserdem hat er immer darauf geachtet, dass die heimatliche Mundart und Brauchtum gepflegt wurde.
Dies ist in der heutigen Zeit fast nicht mehr zu bewerkstelligen, da Bickenbach ein attraktives Zuzugsgebiet für das ganze Bundesland ist und somit der heimatliche Dialekt nicht rein erhalten werden kann. Ausserdem werden die Kinder (auch meine) in der Hauptsache fast hochdeutsch sprechend erzogen, sodass die Mundart fast einer Fremdsprache gleich kommt. („Mama, warum sprichst du denn so komisch, wenn du mit der Oma redest?“)
Und da wir beim Theaterspielen auch mit dem Trend gehen müssen, spielten wir eine ganze Zeit im Frühjahr ein großes Boulevardstück in Hochdeutsch (mit einigen Mundarteinlagen - manchmal auch z.Bsp sächsisch) und im Herbst zum Dunkselessen ein nicht so großes Stück mit ländlichem Charakter in Mundart mit Hochdeutscheinlagen.
Die Auswahl der Stücke wurde meistens auch von Adam Blaum übernommen, der sich damit viel Arbeit machte und eigentlich immer den richtigen Riecher hatte. Das Programm sollte ausgewogen sein, doch immer nett anzusehen und nicht zu dramatisch, denn das Publikum sollte ja freudig unterhalten werden.
Wobei sich die Spielgemeinschaft auch an Klassiker wie „der Raub der Sabinerinnen“ heran wagte.
Dies von Adam Blaum gepägte Bild der Spielgemeinschaft wollen wir eigentlich beibehalten.Und da wir ja auch Kinder unserer Zeit sind, sind wir gezwungen, uns ganz neuen Themen stellen zu müssen. So wechselten über Jahre die Mitglieder des Vorstandes,Siegfried Andree übernahm den Vorsitz, ein Computerprogramm für die Vereinsarbeit wurde angeschafft, eine Homepage im Internet wurde erstellt , neue , leichtere Kulissenteile wurden hergestellt usw.
Was aber bestehen bleibt ist das Theater spielen und da hat uns Adam ganz entscheident mit seiner Regiearbeit geprägt. Z. Bsp Dinge wirklich zu tun, nicht nur so als ob, die Koffer wirklich zu füllen, damit sie echt schwer sind, ganz und gar in die Rolle der Person zu schlüpfen, die man verkörpern soll ....
Das und noch viele andere Kleinigkeiten mehr machen noch heute unseren Erfolg aus.